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Wismar während der Zeit der Weltkriege

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges veränderte die Situation auch in Wismar nachhaltig. Die Niederlage des Kaiserreiches sowie Hunger und Not führten im November 1918 zur Revolution. Nach der Machtergreifung durch Adolf Hitler im Januar 1933 erhielt die NSDAP nach der gewonnen Kommunalwahl vom April 1933 auch in Wismar Einzug.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges veränderte die Situation auch in Wismar nachhaltig. Die Niederlage des Kaiserreiches sowie Hunger und Not führten im November 1918 zur Revolution. Am 29. Dezember 1918 trugen die Sozialdemokraten mit 28 von 48 Abgeordnetenmandaten den Sieg davon, obwohl der alte Rat weiterhin im Amt blieb. Die daraus resultierenden Differenzen mit der neu gewählten Bürgerschaft, insbesondere bei der Ausarbeitung und Einführung einer Stadtverfassung, lähmten die Hansestadt Wismar über Monate hinweg. Unterstützt durch die Massen wurde letztendlich am 20. Juni 1919 eine von der Bürgerschaft beschlossene Verfassung der Seestadt Wismar ausgerufen. Die Bürgerschaft war nun dazu berechtigt den Bürgermeister der Stadt zu wählen und durfte dafür 3 Kandidaten benennen. Im Ergebnis der ersten Wahl wurde dem Rechtsanwalt Hans Raspe das Vertrauen ausgesprochen und er wurde Bürgermeister der Stadt.                  

Im Verlauf der zwanziger Jahre erfolgte auf allen Gebieten eine relative Stabilisierung und wie andere Städte auch erhielt Wismar den Status eines selbstständigen Stadtbezirks. Die Lebensbedingungen für die Einwohner der Stadt verbesserten sich durch etliche, bauliche Maßnahmen erheblich, so dass es zu einer raschen Stadterweiterung in alle Himmelsrichtungen kam. Ebenso entwickelte sich Wismar immer mehr zu einem kulturellen Zentrum der Region, vor allem durch die Vorstellungen im Wismarer Stadttheater, die stets regen Zuspruch fanden.                  

Im Jahre 1924 wurde in Wismar die so genannte Deutschvölkische Freiheitspartei gegründet, die später in die NSDAP überging, welche auch in Wismar großen Zulauf hatte und mit ihrer öffentlichen Propaganda auf sich aufmerksam machte. Nach der Machtergreifung durch Adolf Hitler im Januar 1933 erhielt die NSDAP nach der gewonnen Kommunalwahl vom April 1933 auch in Wismar Einzug. Durch die Änderung der Hauptsatzung der Stadt von 1936 nannte sich Wismar nunmehr amtlich Seestadt Wismar, auch wenn diese Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch schon längere Zeit üblich war.                 

Der wirtschaftliche Erfolg der Stadt hielt weiter an. Die Dornier-Werke Wismar GmbH erworben von der Stadt eine Fläche von 1.2 Millionen qm, die es aber zur Bedingung machten, dass mindestens 75 Prozent der Belegschaft Wismarer sein sollten. In Folge dessen sank die Arbeitszahl drastisch und es kam zu neuen Siedlungsbauten im Süden und Osten der Stadt. Durch den Bau einer Infanterie-Kaserne 1935 und einer Flak-Kaserne 1936 sowie einem Luftwaffenlazaretts erhielt Wismar wieder den Charakter einer Garnisonstadt.

Während des Zweiten Weltkrieges flogen britische und amerikanische Bomber zwölfmal einen Angriff auf Wismar. Der erste Bombadierung erfolgte bereits am 24. Juni 1940 durch die Royal Air Force. Der letzte Angriff, der keinerlei Einfluss mehr auf das Kriegsgeschehen hatte, zerstört in der Nacht zum 15. April 1945 die historisch wertvolle Altstadt mit der St.-Georgen-Kirche und der St.-Marien-Kirche, der alten Schule sowie dem Archidiakonat. Gegen Ende des Krieges lag die Stadt am Boden, da 80 Prozent Industrieanlagen und ein nicht geringer Anteil von Wohnraum, Krankenhäusern und Schulen zerstört waren.