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Die Zeit der DDR und Gegenwart

Mit der Gründung der DDR setzte eine Phase der Erholung vom Krieg und ein damit einher gehender wirtschaftlicher Aufschwung ein. Sowjetische Truppen begannen nun eine neue Gesellschaftsordnung aufzubauen. Differenzen zwischen dem propagierten Anspruch und Realität sowie einer Stagnation des öffentlichen Lebens sorgten zu Spannungen zwischen der Regierung und der Bevölkerung. Die folgenden Ereignisse gingen als Wende in die Geschichte ein.

Nach der Besetzung Wismars und Mecklenburgs durch britische und kanadische Truppen am 2. Mai 1945, blieben die Alliierten noch bis zum 30. Juni in der Hansestadt und installierten bereits am 22. Mai Baron von Biehl, Gutsherr auf Zierow als neuen Bürgermeister der Stadt. Nach der Übernahme der Stadt Wismar durch sowjetische Truppen am 1. Juli wurde damit begonnen eine neue Gesellschaftsordnung aufzubauen.

Mit der Gründung der DDR setzte eine Phase der Erholung vom Krieg und ein damit einher gehender wirtschaftlicher Aufschwung ein. So entstand in Wismar eine der größten Werften der DDR, mit einer umfangreichen Zulieferindustrie für den Schiffbau und der Wismarer Hafen musste abermals erweitert werden, weil seinen Umschlagekapazitäten nicht länger genügten. 1961 schlossen Stadt und evangelische Kirche einen Vertrag über die „Geistlichen Hebungen” ab. Demnach trat die Kirche umfangreichen Grundbesitz in und außerhalb der Stadt ab, gegen das (nicht eingehaltene) Versprechen, die Kirchen Wismars wieder aufzubauen.

Planungen ab 1970, die sich auf den Erhalt der Altstadt konzentrierten, blieben bis 1989 reine Absichtserklärungen wie in vielen anderen Städten der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Neben Mangel an finanziellen Mitteln spielte dabei auch die Unfähigkeit einzelner Funktionäre eine große Rolle. Als trauriges Beispiel dafür steht die Wismarer St.-Marien-Kirche, deren erhaltungsfähiges Kirchenschiff sinnloserweise gesprengt wurde. Ähnliches widerfuhr der St.-Georgen-Kirche und anderen Baudenkmälern, die einfach dem Verfall und damit sich selbst überlassen wurden.

Differenzen zwischen dem propagierten Anspruch und Realität sowie einer Stagnation des öffentlichen Lebens sorgten zu Spannungen zwischen der Regierung und der Bevölkerung. Die folgenden Ereignisse gingen als „Wende” in die Geschichte ein. Im Mai 1990 wählte die Bevölkerung in demokratischen Kommunalwahl eine neue Bürgervertretung, die sich nun wieder Bürgerschaft nannte. Im gleichen Jahr erwarb sich Wismar das Recht den Titel „Hansestadt” wieder im Namen tragen zu dürfen.

Rasch wurde damit begonnen die verfallene Altstadt zu sanieren und Instand zu setzen. 2002 wurde die Hansestadt Wismar zusammen mit Stralsund aufgrund ihrer gut erhaltenen Stadtkerne in die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen.