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Backsteingotik in der Hansestadt Wismar

Die Backsteingotik ist eine in Norddeutschland und dem Ostseeraum weit verbreitete Bauweise der Gotik. Im historischer Stadtkern der Hansestadt Wismar, der seinen mittelalterlichen Grundriss nahezu unverändert behalten hat, zeugen Bauwerke eindrucksvoll von der Baukunst damaliger Baumeister.

Die Verwendung von Backstein als Baustoff setzte in Nordeuropa im 12. Jahrhundert ein und fand hauptsächlich in Gebieten statt, in denen es nur wenige Vorkommen von Naturstein gibt. Diese Gebiete deckten sich weitestgehend mit dem Einflussbereich der Hanse, wodurch die Backsteingotik zum Symbol des städtischen Handelsbundes wurde.

Die rot leuchtenden Türme der Kirchen und Stadttore waren schon von weitem mit bloßem Auge zu erkennen. So wundert es nicht, dass die Backsteingotik über die Jahrhunderte zu einem wesentlichen Element der norddeutschen Kultur wurde.

Innerhalb kürzester Zeit verbreitete sich Kunst aus Lehm in aufwendiger Handarbeit in Stein zu verwandeln und als Baumaterial zu verwenden im gesamten Ostseeraum. Aus einfachen Ziegeln, den Backsteinen, entstanden mit der Zeit unzählige fantasievolle Giebel- und Bürgerhäuser, robuste Stadt- und Klostermauern und sakrale Kirchenbauten.

 
 
 

Charakteristisch für die Backsteingotik ist zum Einem die reiche Gliederung durch gemauerte Ornamente und Flächenstrukturierungen und zum Anderen der Verzicht auf Bauplastiken, da man diese schlicht und einfach nicht mit Backsteinen herstellen konnte. Die während der Backsteingotik entstandenen Bauten orientieren sich deutlich an den französischen Kathedralen jener Zeit und bestechen trotz ihrer monumentaler Größe äußerlich durch eine gewisse Schlichtheit.

Viele von der Backsteingotik geprägte Altstädte und Einzelbauten wurden in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen, darunter auch die Altstäde der Hansestadt Stralsund und Wismar.

Backsteingotik erleben

Der wirtschaftlich Aufschwung, den die Hanse mit sich brachte, versetzte eine nun wohlhabende Wismarer Bürgerschaft in Lage ihre gesellschaftliche und politische Bedeutung durch prächtige Bauwerke zu zeigen und auch zu verdeutlichen.

Die St.-Georgen-Kirche ist eine der drei großen Hauptkirchen Wismars und war einst das Gotteshaus der Handwerker und Gewerbetreibenden. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg war sie in den folgenden Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben, wurde aber in den vergangenen ab 1990 umfangreich restauriert.

Die St.-Nikolai-Kirche ist die einzige der drei großen Stadtpfarrkirchen, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat. Ihr 37 Meter hohes Mittelschiff ist nach St. Marien Lübeck das zweithöchste der Backsteingotik weltweit.

Der 80 Meter hohe Turm der Marienkirche ist weithin das sichtbare Wahrzeichen der Hansestadt Wismar. Aufgrund von Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt und das Langhaus und der Chor im Jahr 1960 gesprengt. Die drei Kapellen des Turmes konntent erhalten werden und dienen heute als Ausstellungs- und Veranstaltungsräume.

Neben den drei großen Kirche säumen noch viele weitere Zeugnisse der Backsteingotik die Wismarer Altstadt: